Was ist Hochsensibilität

Hier will ich dir einen kurzen Überblick geben, was sich hinter Hochsensibilität verbirgt. Da es doch recht komplex ist, wirst du vielleicht erst einen gesamten Eindruck erlangen, wenn du meine Blogeinträge regelmäßig liest.

„Als Hochsensibilität bezeichnet man einen angeborenen Wesenszug, der sich einerseits bei der Wahrnehmung von Feinheiten durch Reize zeigt und andererseits das Potenzial birgt, von zu starken Reizen überwältigt zu werden. Hochsensible legen oft starke emotionale Reaktionen an den Tag und brauchen deutlich mehr Erholungsphasen als Normalsensible.“

Hochsensibilität ist also ein Temperamentmerkmal und zeigt sich in äußeren Reizen wie Lärm, Gerüche, Geschmäcker oder viele, überwältigende Farben.


Wenn ich beispielsweise ohne Einkaufszettel in einen Laden gehe, weiß ich nach ein paar Schritten nicht mehr, was ich eigentlich kaufen wollte, weil ich so viele neue Dinge sehe, die ich sofort wahrnehme.


Aber auch innere Reize werden intensiver wahrgenommen. Um hier ein Beispiel zu nennen: Es kann sein, dass eine hochsensible Personen (Abkürzung HSP) lange bevor eine Erkältung wirklich einsetzt, bemerkt, dass sie krank wird. Hochsensible besitzen sozusagen eine Art „Frühwarnsystem“ für den Körper. Wenn man nun um seine Hochsensibilität weiß, kann man diese Signale deuten und richtig behandeln. Lies in meiner Geschichte, was das bei mir persönlich bedeutete.

Außerdem sagt man von HSP, dass sie mit dem „sechsten Sinn“ ausgestattet sind. Das heißt, dass es ihnen einfacher fällt, Stimmungen und Atmosphären wahrzunehmen. Menschen zu „deuten“ und anzuerkennen, das etwas nicht stimmt, passiert ganz natürlich.


Ich kann mich zum Beispiel an folgendes Szenario erinnern: Meine Eltern holten mich von der Schule ab, ich war ca. 10 Jahre alt. Als ich nur die Autotür öffnete um einzusteigen, bemerkte ich sofort, ohne dass ein Wort gesprochen wurde, dass sie sich gestritten hatten. Ich setzte mich also ins Auto und sagte als erstes „Was ist passiert?“

Nicht selten passiert es mir, dass ich mich auch nur kurz mit Menschen unterhalte (manchmal muss gar kein Gespräch stattfinden) und ich erkenne, dass es ihnen nicht gut geht. Mittlerweile habe ich gelernt, Situationen, Gesten und Mimiken auch soweit einzuschätzen, um zu wissen, ob es passend ist, dies anzusprechen. Wenn ich es tue, entgegen mir mein Gegenüber oft verwundert mit „Woher weißt du das?“


Hochsensible Personen nehmen Dinge oft gleichzeitig wahr, da sie Reize nicht gut bis gar nicht filtern können. Das heißt zum Beispiel, dass ich mich mit meinem Gegenüber in einer lauten Bar unterhalte und das Gespräch neben mir mitbekomme, höre, wie ein Glas hinter der Theke runterfällt und dass im selben Moment schon wieder die Tür aufgeht und ein kalter Luftzug weht, während das neongelbe Schild an der Wand immer wieder ohne erkennbaren Rhythmus aufblinkt. Ich muss mich also sehr konzentrieren, um mein Gegenüber zu verstehen. Ich persönlich fokussiere mich dann auf die Lippen, um die Worte nicht nur zu hören, sondern zusätzlich lesen zu können.

Hochsensible Personen brauchen also deutlich mehr Erholungsphasen als Normalsensible, da sie viel mehr verarbeiten müssen. Denn neben den vielen sichtbaren Reizen, neigen Hochsensible dazu, weiterzudenken, sich in Dinge hineinzusteigern und Probleme anderer zu den eigenen zu machen.
Bleiben wir beim Beispiel in der Bar:


Mein Gegenüber und ich verlassen nach einiger Zeit die Bar und finden vor der Tür ein junges Mädchen vor, dass total betrunken von zwei Jungs gestützt wird. Es wird keine Hilfe mehr benötigt, also gehen wir weiter. Trotz keinerlei persönlichem Kontakt zu ihr kann sein, dass ich vor dem Einschlafen noch drüber nachdenke, ob sie es wohl gut nach Hause geschafft hat. Möglicherweise denke ich sogar drüber nach, warum sie sich so betrunken hat, und sie hoffentlich nicht in größeren Problemen steckt.


Manchmal ist es nun meine Aufgabe, zu überlegen, ob diese Gedanken nützlich sind oder nur Kraft rauben und ich mich dagegen entscheiden sollte, sie zuzulassen.

Was ist Hochsensibilität also nun?
Sachlich gesehen ist es die Nähe zur Schwelle der schnellen Überforderung äußerer und innerer Reize.
Persönlich gesehen ist viel mehr, denn Du kannst es zu einer individuellen Eigenschaft und einem Abenteuer Deines Lebens machen!

Lies mehr Beiträge dieses Blogs um zu sehen, wie ich in meinem Alltag mit meiner Hochsensibilität umgehe und sie zu meiner persönlichen und wertvollen Eigenschaft mache über die ich mich freuen und dankbar sein darf.

2 Kommentare zu „Was ist Hochsensibilität

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