Das Phänomen des High Sensation Seekers finde ich faszinierend. Als ich mich damit begann zu beschäftigen, habe ich meine Persönlichkeit viel mehr verstanden. Denn hochsensibel und schnell reizüberflutet zu sein, hatte erstmal überhaupt nicht zu meinem temperamentvollen und teilweise extravertiertem Wesen gepasst!
Doch dann lernte ich, dass es neben den vorrangig introvertierten und extravertierten HSP einen prozentual nicht geschätzten Teil sogenannter „High Sensation Seeker“ gibt.
Auch hier spricht man von einem angeborenen und nicht erlernten Wesenszug. Ein hochsensibler High Sensation Seeker (HSS) kann wiederum intro- oder extravertiert sein. Ziemlich verwirrend oder? Wenn man es einmal verstanden hat, ist es aber total sinnvoll. Da ich mich als einen High Sensation Seeker beschreibe, versuche ich Dir zu helfen, das Phänomen zu verstehen:

Ein High Sensation Seeker ist erstmal wie eine hochsensible Person gestrickt (Neigung zur Reizüberflutung, Bedürfnis nach Rückzug). Dazu kommt aber Tatendrang und Abenteuerlust. Erstmal total widersprüchlich, da mit der Suche nach Herausforderungen viele Reize einhergehen und damit dann ja die Reizüberflutung.
Deswegen lassen sich High Sensation Seeker ganz unbewusst meist Türen offen, treffen Vorsichtsmaßnahmen (z.B. beim Reisen) oder denken mindestens über mögliche Folgen der Tätigkeit nach.

Hochsensible High Sensation Seeker findet man oft in Berufen, in denen sie in irgendeiner Weise im Mittelpunkt stehen (Darsteller, Lehrer, Prominente) oder einer anderen, stark stimulierenden Tätigkeit nachgehen. In diesem Zusammenhang ist jedoch auffällig, dass sie sich außerhalb dieser Tätigkeit ungewöhnlich stark zurückziehen. Hochsensible HSS können also trotzdem nicht so viel Abenteuer in einen Tag packen, wie andere!

Auf die Merkmale der Kombination eines hochsensiblen High Sensation Seekers zu achten, ist durchaus wichtig. Es kann zum Beispiel zwischenmenschlich leicht zu Konflikten kommen, nachdem es schnell den Anschein hat, die Person leide unter Überstimulation, hole sich aber beständig Nachschlag. Vor allem für einen selbst ist es wichtig sich zu verstehen, um sich Ruhezeiten zu gönnen, obwohl man dafür meistens viel zu unruhig ist. Dass ich nicht erst an meine Grenzen kommen muss, um mir eine Auszeit zu nehmen, musste ich erst lernen. Doch hat man erst mal ein Gleichgewicht gefunden, ist die Abenteuerlust viel einfacher und ausdauernder zu stillen.

0 Kommentare zu “Der High Sensation Seeker

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: